Spielberichte

22. November 2014 – 4. Spieltag Herren II

Erfreuliche Neuigkeiten aus dem Herzen des Markgräflerlands. Nach der unnötig klaren Schlappe in Bad Säckingen hatten wir die Gelegenheit, uns beim Auswärtsspiel in Müllheim zu rehabilitieren. Vielleicht lag’s daran, dass Müllheims erstes Spiel gegen Emmendingen mit fünf Sätzen lang genug ging, damit Adam rechtzeitig zum Spiel auftauchen konnte. Aber auch die Anwesenheit zweier Liberos könnte das kollektive Selbstvertrauen beeinflusst haben, oder gar die Tatsache, dass einer der beiden Liberos (Sven) die Ersatzrolle des Coaches übernahm und als solcher immer die richtigen Worte und taktischen Maßnahmen während der Auszeiten parat hatte.

VC Weil – VC Müllheim 3:0

Der regelmäßige Leser unserer Spielberichte ist selbstverständlich über unseren Annahme-Schmerz im Bilde; dieses Virus, das offenbar jeden Einzelnen des Teams befallen hatte und jegliche Aspiration, einen Angriff überhaupt nur starten zu wollen, zunichte machte, geschweige denn den Glauben an einen Sieg aufrecht erhalten zu lassen – selbst gegen eine mittelmäßige Bezirksligamannschaft.

Dieses Mal sollte alles anders werden. Wer hätte gedacht, dass sich Markus, unser Zuspieler, sich beim Team am Ende des Spiels mal für die schönen Annahmen bedanken könnte – was er auch tat…  Aber von Anfang an: Odin machte seine Libero-Arbeit sehr gut und vor allem Florian glänzte in seiner Aussen-4/Annahmeposition. So starteten wir auch absolut unverkrampft, strukturiert und zielorientiert ins Spiel. Das Ziel war klar: Ein Sieg musste her, um sich ein wenig vom Abstiegsrang-Gestank zu entfernen und in den Genuss zumindest eines Hauchs frischer Klassenerhaltsluft zu kommen.

So konnte durch konsequente Blockarbeit, und aus guter Annahme resultierender Angriffe, im ersten Satz recht bald eine relativ komfortable Führung herausgespielt werden. Die Feldverteidigung war zwar noch etwas wacklig und gerade bei Lobs das ein- oder andere Mal einfach zu langsam, aber selbst das konnte mit der Zeit deutlich verbessert werden. Allerdings muss auch angemerkt werden, dass Müllheim nicht mehr an die hohe Qualität anknüpfen konnte, der wir uns noch vor zwei Jahren gegenüber sahen, als jene in die Verbandsliga aufstiegen. So war es insbesondere der Müllheimer Block, der gegen unsere Angreifer mehr oder weniger wirkungslos war. Trotz allem schlichen sich auch bei uns gegen Ende des ersten Satzes Fehler ein, die das strukturierte Spiel zeitweise stark störten und uns wie blinde Hühner auf dem Feld herumrennen ließen. Doch wie heißt es so schön: Das blinde Korn findet auch mal ‘nen Säufer (oder so ähnlich) und so retteten wir den Satz gerade noch rechtzeitig mit 25:22.

Einen kurzen Wachruf vom Coach Sven später fanden wir uns zum Anpfiff des zweiten Satzes auf dem Spielfeld wieder. Der Satz startete dann auch wieder problemlos. Jeder kam zum Zuge und wir konnten aus allen Lagen unsere Punkte machen. Wir ließen nie den Eindruck aufkommen, unser Ziel aus den Augen verloren zu haben und so endete der zweite Satz auch mit einem klaren 25:17.

Eine weitere kurze - nennen wir es - „Verschnaufpause“, und somit ein 0:4 Rückstand zu Beginn des dritten Satzes, ließ uns nicht nervös werden. Recht schnell war der Rückstand wieder aufgeholt und mit riesen Schritten näherten wir uns dem zweiten Saisonsieg, der dann auch mit einem weiteren 25:17 besiegelt wurde.

Auch wenn der Gegner nicht der stärkste war können wir uns trotzdem über diesen Sieg freuen, nicht zuletzt, da man sich noch ein Stückchen von den Abstiegsrängen entfernte, sondern vor allem, da endlich einmal wieder ein klares, strukturiertes Volleyballspiel zustande gekommen war, das wir in den letzten Spielen so schmerzhaft hatten vermissen lassen. Annahmeübungen werden wohl weiterhin gewichteter Bestandteil unseres Trainings bleiben müssen, aber dennoch können wir nun zumindest hoffen, dass „der Virus ausgeheilt ist“ und wir mit neu gewonnenem Selbstvertrauen am nächsten Wochenende nach Kollnau reisen können.